Wir fördern

Logo propatient

pp 25-21 Hüftprothesenrevision: Evaluation neuer Verfahren unter Einsatz von 3D-Druck und 3D-Bildanalyse

von Florian Frank, Orthopädie und Traumatologie, Universitätsspital Basel

Mit der alternden Bevölkerung und der steigenden Zahl implantierter Gelenkprothesen wird auch die Anzahl von Revisionseingriffen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Viele dieser künstlichen Gelenke werden mit Knochenzement (Polymethylmethacrylat, PMMA) im Knochen verankert. Muss eine solche Prothese entfernt werden, stellt insbesondere die vollständige Entfernung des verbliebenen Zements eine grosse chirurgische Herausforderung dar.

Die heute eingesetzten Verfahren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten nur wenig verändert. Dabei ist es oft schwierig, während der Operation zuverlässig zwischen Knochen und Zement zu unterscheiden. Dies erhöht das Risiko für Komplikationen wie unbeabsichtigte Knochenverletzungen, Frakturen, Blutungen oder eine unvollständige Entfernung des Zements. Die Folgen können längere Operationszeiten, eine verzögerte Rehabilitation, verlängerte Spitalaufenthalte sein und in einzelnen Fällen weitere operative Eingriffe.

Ziel des Projektes ist es, diese anspruchsvollen Eingriffe durch den Einsatz moderner Technologien sicherer, präziser und schonender zu gestalten.

Hierfür werden patientenspezifische, 3D-gedruckte Bohrschablonen entwickelt, die eine exakte Führung der chirurgischen Instrumente ermöglichen. Grundlage bilden hochauflösende dreidimensionale Computertomographie-Daten, aus denen die individuelle Anatomie sowie die Lage des Knochenzements digital rekonstruiert werden.

Die Bohrführungen sind damit individuell auf die Anatomie der betroffenen Patientin oder des betroffenen Patienten abgestimmt und können vor Ort mittels 3D-Druck hergestellt, sterilisiert und im Operationssaal eingesetzt werden.

Durch diesen innovativen Ansatz wird eine Verringerung operationsbedingter Komplikationen erwartet, eine Verkürzung der Operationsdauer sowie eine schnellere Erholung nach dem Eingriff. Langfristig soll dadurch die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und die Belastung des Gesundheitssystems reduziert werden.

Fördersumme CHF 30'000

Zusammenarbeit  Orthopädie, Radiologie und Infektiologie des Universitätsspitals Basel, Department Biomedical Engineering Universität Basel, Industrie

 

Logo der Propatient Stiftung